Gedanken zur aktuellen Krise...

Wir leben in einer Zeit von Unsicherheit, Veränderung und Reduzierung. Unser Sicherheitsbedürfnis ist in Frage gestellt, wie auch unsere Bedürfnisse nach Beziehungen und Autonomie/Unabhängigkeit. Umgekehrt kann auch die räumliche und emotionale Enge zu Konflikten, Aggression und Gewaltausbrüchen aller Art führen. Durch äußere Einschränkungen wie   Kontaktverbot und „Stay Home, kann es auch im Inneren eng werden.Eine Reduktion von Ablenkung bewirkt meist die Möglichkeit von Bewusstsein. 

 

Meine Erfahrung ist, dass je nach Fokus/Aufmerksamkeit die unterschiedlichstenThemen in einer Person deutlich werden. 

Es gibt Menschen, die nutzen diese Zeit für ihre individuelle Weiterentwicklung; sie kommen ins Handeln, bleiben bei sich, entfalten ihre Kreativität und wachsen über sich hinaus.

 

Andere fühlen sich bedroht. Sie sind von unterschiedlichster Berichterstattung verunsichert und wissen vor allem nicht, wie lange sich die Krise hinziehen wird. Für Menschen, die es sehr mögen ihr Leben unter Kontrolle zu haben, kann es sich jetzt wirklich unangenehm anfühlen. 

 

Dann gibt es solche, die sich berufen fühlen andere zu sensibilisieren. Vielleicht ist ein Virus für sie eine innere sensible, angstauslösende Angelegenheit. 

 

Wiederum andere wollen noch irgendwie Kapital aus der Krise ziehen und müllen u.a. meinen email Account zu. 

Zum Teil nimmt das ganze auch bizarrste Formen an.

 

Interessant ist, dass sich jeder im Recht fühlt. Es gibt also nicht die eine alles umfassende Wahrheit, sondern immer nur eine individuelle Wahrheit einer Person. Daher gehört „Recht haben“ zu den großen Täuschungen im Leben. Recht haben kommt vom Denken und das stützt sich auf Glaubens-, Erziehungs- und sonstige Muster. Wir denken immer das gleiche, in immer gleichen Abläufen, erschaffen damit unsere eigene Realität, die dann wiederum die Gedanken bestätigt. Daher kann es ganz spannend sein, heraus zu finden, was man so denkt. 

 

Eine Emotion ist die Reaktion des Körpers auf den Verstand und dessen permanenten Gedankenfluss.

 

Angst z.B. ist eines der intensivsten Gefühle und die wenigsten von uns möchten möglichst viel Angst spüren. Die meisten Menschen werden versuchen dieses Gefühl zu vermeiden es gibt dazu sehr viele unterschiedlichste Strategien, um das zu erreichen. Der Versuch sein Leben und seine Gefühle zu kontrollieren steht ganz oben auf der Liste, aber auch Ablenkung, Suchen, Widerstand, Drama, sich in die Tasche lügen usw. 

Wer möchte sich selbst eingestehen, dass er einfach nur Angst hat? Sonst nichts. 

 

Zumeist sind es die Abwehrstrategien, die uns die eigentlichen Probleme verursachen. Denn Angst lässt sich nicht loswerden. 

Gelebter unbewusster Widerstand z.B. verhindert Bewegung. Das kann bis zu einer Versteifung der Gelenke kommen. Die Gedanken sind so abwehrend nach außen (und damit nach innen) gerichtet, dass jede Form von Fließen, Lebendigkeit und Lebensfreude erstarrt. Der Widerständler. könnte lernen seine Mauern zu fühlen, sie nach und nach fallen zu lassen und anzunehmen, was ist. Der Schutz der aufgebaut wurde, um die Angst nicht zu spüren bewirkt, dass genau das passiert wovor derjenige Angst hat.